Nachhaltige Kosmetik

Welchen Einfluss haben die Hauptbestandteile von konventionellen, natürlichen und organischen sowie selbstgemachten (DIY) Shampoos auf die Umwelt und menschliche Gesundheit?

Haarpflege wird in vielen Gesellschaften als ein notwendiger Teil der Hygieneroutine angesehen. Die Nutzung von Shampoo ist die gebräuchlichste Haarpflege (Aziz et al., 2017). Der Zweck der Shampoo-Nutzung ist nicht nur das Erhalten und die Verbesserung der Gesundheit von Haar und Kopfhaut, sondern auch die Verschönerung des Aussehens sowie eine Steigerung der Attraktivität. Um diese Aufgabe zu erfüllen, haben Shampoo-Herstellende eine neue, komplexe Shampoo-Formeln entwickelt, welche viele Inhaltsstoffe enthalten. Die Nutzung vieler dieser Inhaltsstoffe hat Einflüsse auf die Umwelt und schadet auf Dauer der menschlichen Gesundheit (s. Teil 2). Aus diesen Gründen wächst der Bedarf nach nachhaltigen Shampoo-Optionen seitens umweltbewusster Kund*innen. Im Laufe der letzten Jahre sind alternative Optionen wie natürliches Shampoo und organisches Shampoo auf den Markt gekommen. Einige machen ihr Shampoo auch selbst. Können diese neuen Produkte die Auswirkungen der Haarpflege auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit verringern?

In diesem Artikel führen wir dich durch die verschiedenen Shampoo-Typen und deren Hauptbestandteile und informieren über die Auswirkungen auf Haar, Kopfhaut und Umwelt. Wir hoffen, dass dieser Artikel dich dazu bringt, über Shampoo-Inhaltsstoffe nachzudenken und beim nächsten Shampoo-Einkauf eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Shampoo-Typen

Bevor wir uns mit den Details der Inhaltsstoffe sowie deren Verwendung und Wirkung befassen, ist es wichtig, die drei Arten von Shampoos zu unterscheiden, die wir in diesem Artikel betrachten werden:

Ein Shampoo ist im Allgemeinen ein Produkt, das bei sachgemäßer Verwendung Schmutz, Fett und abgestorbene Haut vom Haarschaft entfernt und so Haar und Kopfhaut reinigt. Es kann eine flüssige, feste oder pulverartige Form haben und beispielsweise Gelee, Lotion oder ein Aerosolschaum sein (Preethi et al., 2013).

  • Konventionelles Shampoo – Die breite Masse der Shampoos, bei der organischen, natürlichen oder biologischen (und damit umweltfreundlicheren Inhaltsstoffen) im Produktionsprozess keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Herkömmliche Shampoos enthalten daher typischerweise eine Reihe synthetischer Verbindungen. Weiterhin charakteristisch sind nicht nachhaltige natürliche Inhaltsstoffe mit schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt und möglicherweise auch auf die menschliche Gesundheit (Bom et al., 2019).
  • Natürliches / organisches Shampoo – Jede Art von Shampoo, bei der im Produktionsprozess besonderes Augenmerk auf umweltfreundliche Inhaltsstoffe gelegt wird. Es wird besonders auf die schonende Reinigung durch Tenside geachtet. Der Begriff „natürlich“ bezieht sich auf Inhaltsstoffe, die ohne chemische Reaktion zu Verbindungen verarbeitet werden, welche bereits im ursprünglichen Ausgangsstoff enthalten sind (Australian Society of Cosmetic Chemists, 2011; Beerling, 2013). „Organisch“ bedeutet, dass alle natürlichen Inhaltsstoffe so weit wie möglich aus dem ökologischen Landbau stammen (Bom et al., 2019).
  • DIY Shampoo – Jedes Shampoo, das von Konsument*innen aus Grundzutaten hergestellt wird. Die meisten DIY-Rezepte basieren auf Natriumlaurylsulfoacetatpulver sowie Maisstärke für Shampoo-Stücke und basischer Flüssigseife oder neutralen Seifenstücken für flüssiges Shampoo. Zu dieser Basis können viele Zutaten wie Öle, Honig, Kokosmilch und Kräuter für den Duft hinzugefügt werden. Einige Websites, auf denen du DIY Shampoo Rezepte finden kannst, sind: Smarticular, Instructables, DIY Family und Blumenmädchen.

Kennzeichnung und Zertifizierung

Bisher gibt es auf EU- oder internationaler Ebene keine Standardkriterien für Natur- und Biokosmetik. Es wurden jedoch mehrere private Zertifizierungsstellen eingerichtet, um kosmetische Produkte wie Shampoo als organisch und umweltfreundlich zu zertifizieren.

  • Hauptunterschied: Erforderlicher Prozentsatz des natürlichen, pflanzlichen oder organischen Gehalts
  • Anspruchsvollster Standard: COSMOS

Es ist wichtig zu beachten, dass sich „natürlich“, „organisch“ und „grün“ auf unterschiedliche Produktmerkmale bezieht, wie z. B. die Art der Landwirtschaft, den Ursprung des Inhaltsstoffs oder das Fehlen synthetischer Substanzen. „Nachhaltig” berücksichtigt hingegen alle möglichen Auswirkungen durch den Produktlebenszyklus – Umweltauswirkungen sowie ethische, soziale und wirtschaftliche Dimensionen, z.B. ein Herstellungsprozess frei von Grausamkeiten (ohne Leid an Tieren, z.B. durch Tierversuche) und faire Löhne für Arbeitende entlang der Produktionskette. Fairtrade-Labels, Umweltzeichen bzw. -siegel sowie Nachhaltigkeitskennzeichnungen und Kennzeichnungen der Nachhaltigkeitsverantwortung von Unternehmen können verwendet werden, um die Nachhaltigkeit kosmetischer Produkte zu bewerten (Bom et al., 2019).

StandardTypeKey Features
BDIH – Deutschland

Natürlich



Rohstoffe aus natürlichen Quellen: pflanzlichen Ursprungs, vorzugsweise aus biologischem Anbau oder aus kontrollierter Wildsammlung; Substanzen, die von Tieren produziert werden (z. B. Milch oder Honig), sind zulässig; anorganische und mineralische Salze, Säuren und Basen (z. B. Magnesiumsulfat oder Natriumchlorid) sind im Allgemeinen zulässig.

Unter Verwendung vorgeschriebener natürlicher Rohstoffe sind nur bestimmte „milde“ chemische Prozesse zulässig.

Es sind nur bestimmte synthetische Konservierungsmittel zulässig.
Natrue – BelgienNatürlich
Mindestmaß des natürlichen Gehaltes und maximaler Gehalt an natürlichen Materialien, angegeben durch den Produkttyp.

Es ist nicht erforderlich, ein Mindestmaß an Bio-Zutaten zu verwenden.
Natürlich mit organischem Anteil
Mindestens 15% chemisch unveränderte Naturstoffe und max. 15% an abgeleiteten Naturstoffen.
 
Mindestens 70% der natürlichen Substanzen pflanzlichen und tierischen Ursprungs müssen organisch sein.
Organisch
Spezifische Mengen an erforderlichen natürlichen und „abgeleiteten natürlichen“ Substanzen, angegeben nach Produkttyp.
 
Für die meisten Produkte: mindestens 20% der natürlichen und maximal 15% der abgeleiteten Naturstoffe.
 
Mindestens 95% der natürlichen Substanzen pflanzlichen und tierischen Ursprungs müssen organisch sein.
Ecocert Greenlife – FrankreichNatürlich (Eco)
Mindestens 95% natürliche oder aus natürlichen Quellen stammende Inhaltsstoffe.
 
Mindestens 50% der pflanzlichen Zutaten werden in biologischem Anbau hergestellt.
 
Mindestens 5% des gesamten Produktinhalts stammen aus biologischem Anbau.
Organisch (Bio)
Mindestens 95% natürliche oder aus natürlichen Quellen stammende Inhaltsstoffe.
 
Mindestens 95% der pflanzlichen Zutaten werden aus biologischem Anbau hergestellt.
 
Mindestens 10% des gesamten Produktgehalts (einschließlich Wasser) werden im ökologischen Landbau erzeugt
COSMOSNatürlich
100% natürliche / natürlich gewonnene Inhaltsstoffe (ausgenommen zugelassene synthetische Konservierungsmittel und petrochemische Einheiten)
 
Es ist nicht erforderlich, ein Mindestmaß an Bio-Zutaten zu verwenden.
Organisch
Mindestens 20% organischer Gehalt (Ausnahme: Abspülprodukte, nicht emulgierte wässrige Produkte und Produkte mit mindestens 80% Mineralien oder Inhaltsstoffen mineralischen Ursprungs, mindestens 10% des Gesamtprodukts müssen organisch sein)
 
Mindestens 95% der physikalisch verarbeiteten Agro-Inhaltsstoffe müssen biologisch sein.
 
Nur zugelassene chemisch verarbeitete Agro-Inhaltsstoffe (CPAI).
Zertifizierungsstandards für Natur- und Biokosmetik (Bom et al., 2019)

Auswirkungen der Inhaltsstoffe auf Umwelt und Gesundheit

Die meisten Shampoos, egal ob konventionell, biologisch oder selbstgemacht, enthalten ein Reinigungsmittel (die Substanz, die das Haar tatsächlich reinigt), bestimmte Zusatzstoffe (z. B. für Geruch, Farbe und Konservierung des Shampoos) und Konditionierungsmittel, um das Haar gesünder aussehen zu lassen.

Reinigungsmittel

Reinigungsmittel sind Substanzen, die eine chemische Affinität zu Wasser und Öl haben. Das bedeutet, dass sie in einem flüssigen Shampoo löslich sind und sich an Fett und Schmutz im Haar festsetzen können. Beim Auswaschen des Shampoos werden Fett und Schmutz zusammen mit dem Reinigungsmittel vom Haar entfernt. Andere Namen für Reinigungsmittel sind Tenside oder Emulgatoren. Sie beziehen sich alle auf dieselbe Klasse chemischer Verbindungen. Das am häufigsten verwendete Reinigungsmittel in Shampoos ist Natriumlaurylsulfat (SLS), genauer gesagt Natriumdodecylsulfat.

Die meisten herkömmlichen Reinigungsmittel basieren auf Erdöl, das heißt sie stammen aus nicht erneuerbaren Ressourcen. SLS wird aus Kokos- oder Palmöl hergestellt. Da Palmöl einer der Haupttreiber der Abholzung ist, wird es als umweltschädlicher Inhaltsstoff angesehen. Hier findest du weitere Informationen.

Die biologische Abbaubarkeit ist ein weiteres Problem von Waschmitteln: Sie reichern sich in der Umwelt an (z. B. in Böden oder im Grundwasser), da biogeochemische Kreisläufe nicht darauf vorbereitet sind, mit ihnen umzugehen. Obwohl Waschmittel im Allgemeinen für den Menschen nicht toxisch sind, stellen sie eine Bedrohung für Wasserorganismen dar (Muhamad, Ahmad & Yasid, 2017).

In Bezug auf Gesundheitsrisiken trocknet SLS die Haut aus, da Öl entfernt wird, was zu Allergien führen kann. Wenn Shampoo in das Auge gelangt, verursacht SLS Reizungen und rote Augen. (Kloß, 2018)

DIY-Shampoos verwenden häufig Seife als Reinigungsmittel. Seife wird normalerweise aus pflanzlichen Ölen hergestellt und hat eine bessere Umweltverträglichkeit als flüssige Shampoos. (Gubitosa et al., 2019)

Zusatzstoffe

Zusatzstoffe spielen eine wichtige Rolle für die „Leistung, Stabilität und Ästhetik“ von Shampoo-Produkten (Mainkar & Jolly, 2001, S. 60). Sie fügen den reinigenden Inhaltsstoffen eine zusätzliche Komponente hinzu, da sie die Shampoos konservieren (Konservierungsmittel) oder ihnen einen angenehmen Geruch verleihen sollen (Duftstoffe) (Mainkar & Jolly, 2001).

Konservierungsmittel

Am häufigsten werden Parabene als Konservierungsmittel in herkömmlichen Shampoos verwendet. Parabene beziehen sich auf eine Klasse von Konservierungsmitteln, die seit den 1920er Jahren in Kosmetika und Pharmazeutika weit verbreitet sind. In Bezug auf ihre chemische Struktur handelt es sich um eine Reihe von Estern der p-Hydroxybenzoesäure. In synthetischen Shampoos werden sie verwendet, um die Bildung von Bakterien und Schimmel zu verhindern und ihre Haltbarkeit zu erhöhen (Cline et al., 2018). Unter der großen Anzahl von Parabenen sind Methylparaben (MP) und Propylparaben (PP) die am häufigsten verwendeten (Petca et al., 2019).

Auswirkungen auf die Gesundheit:
In unserer Duschroutine werden wir durch Shampoos Parabenen ausgesetzt, beispielsweise durch Kontakt mit der Kopfhaut. Dies könnte ein potenzielles Risiko darstellen, da die Auswirkungen von Parabenen auf unsere Gesundheit noch nicht vollständig erforscht sind (Cline et al., 2018).

Einige Studien bringen Parabene mit der Nachahmung des weiblichen Hormons Östrogen und der Erhöhung des Hormonspiegels im menschlichen Körper in Verbindung. Dies kann beispielsweise Brustkrebs verursachen (Petca et al., 2019). Es wurden auch Zusammenhänge zwischen der Exposition gegenüber Parabenen und einer verminderten Fruchtbarkeit festgestellt. Bei kleinen Kindern wird angenommen, dass eine frühe Exposition gegenüber Methylparaben einen früheren Beginn der Pubertät verursacht, was einen vorzeitigen ersten Menstruationszyklus und ein frühes Wachstum von Schamhaaren und Brüsten bei Kindern bedeutet (Cline et al., 2018).

Allerdings gelten nicht alle Parabene als gefährlich. Das „Scientific Committee on Consumer Safety“ bestätigte die Sicherheit von Propylparaben, Butylparaben sowie Methylparaben und Ethylparaben (Europäische Kommission, 2014). Auch die Dosierung der in der Shampoo-Formulierung verwendeten Parabene und ihre Verbindung mit anderen Inhaltsstoffen verändern deren Auswirkungen auf den menschlichen Körper.

Umweltbelastung:
Da Parabene im Urin ausgeschieden werden können (Cline et al., 2018), wurde es in städtischen Kanalisationen gefunden, in denen behandelte und unbehandelte Abwässer aus Abwasseranlagen fließen. Infolgedessen können chemische Verbindungen von Parabenen im Trinkwasser und in Flüssen nachgewiesen werden. Durch Bewässerungs- oder Düngungspraktiken können sie auch in landwirtschaftliche Böden gelangen (Kirchhof et al. 2013).

Düfte

“Definition: Duft ist der Geruch des Shampoos, der in den Inhaltsstofflisten häufig als „Parfum“ oder „Aroma“ bezeichnet wird (Bom et al., 2019, S. 33). Da Duftstoffe auf dem Etikett mit dem Wort “Parfum” oder “Aroma” bezeichnet werden, anstatt ihre Inhaltsstoffe einzeln zu kennzeichnen, gibt es keine vollständige Offenbarung über ihre Zusammensetzung. Dies macht es den Verbrauchenden unmöglich, problematische Inhaltsstoffe zu vermeiden oder ihre Herkunft zu kennen. (Bom et al., 2019, S. 33)

Gesundheit:
Unabhängig von deren Herkunft werden Duftstoffe mit verschiedenen Gesundheitsproblemen wie Hautreizungen und allergischen Reaktionen in Verbindung gebracht (Bom et al., 2019, S. 32).

Umweltbelastung:
Wenn ein Duftstoff aus einer pflanzlichen Quelle gewonnen werden kann, kann er als erneuerbar angesehen werden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass er nachhaltig ist. Durch die Produktion von Sandelholz und Rosenholz ist eine massive Entwaldung entstanden und natürlicher Moschus erfordert dessen Extraktion aus Hirschen (Bom et al., 2019, S.33).

Mikroplastik

Das EU-Umweltzeichen definiert Mikroplastik als feste Kunststoffpartikel mit einem Durchmesser von unter 5 mm. Eine derartig kleine Größe findet beispielsweise in Shampoos Verwendung. Eine weitere Quelle für Mikroplastik sind größere Kunststoffpartikel in der Umgebung, die mit der Zeit kleiner werden, ähnlich wie Steine, die sich mit der Zeit, dem Wetter und dem Wasser in Sand verwandeln. In Kläranlagen ist das Filtern dieser winzigen Kunststoffpartikel nahezu unmöglich. Mikroplastik in Shampoos wird aufgrund der Peeling-Wirkung verwendet

Gesundheitliche Auswirkungen:
Die größten Auswirkungen von Mikroplastik auf den Menschen treten indirekt über unsere Ernährung auf. Welche Auswirkungen der Verbrauch von Mikroplastik auf unseren Körper haben könnte, ist höchst umstritten. Nach Angaben der Europäischen Kommission handelt es sich um eine Wissenslücke, für die noch keine endgültige Bewertung vorliegt. (Wheeler, 2017)

Umweltbelastung:
Der Großteil des Mikroplastiks ist nicht biologisch abbaubar, was bedeutet, dass sich Partikel in der Umwelt ansammeln, hauptsächlich in Seen, Flüssen und im Ozean. Sie wirken als Magnet für Schadstoffe, sodass Wasserorganismen auf unterschiedliche Weise geschädigt werden, wenn sie Mikroplastik mit Lebensmitteln verwechseln: Nährstoffmangel aufgrund eines hohen Anteils an Mikroplastik in der Ernährung, erhöhter Gewichtsverlust, strukturelle Schäden und Entzündungen. (Wheeler, 2017, S. 76)

Konditionierungsmittel

Konditionierungsmittel sind kein obligatorischer, jedoch ein häufiger Bestandteil von Shampoos. Herkömmliche flüssige Shampoos enthalten häufig flüssige Polymere wie Silikone, die besser vermieden werden sollten, da sie im Allgemeinen nicht biologisch abbaubar sind. Gefahren für die menschliche Gesundheit sind noch nicht wissenschaftlich belegt (Angelina, 2018). Natürliche Shampoos verwenden Aloe Vera Gel und andere Pflanzenextrakte, um den Konditionierungseffekt zu erzielen (Mainkar & Jolly, 2001). DIY Shampoos können Aloe Vera Gel oder Brokkolisamenöl enthalten.

Lokale Vorschläge und praktische Ratschläge

In der Einleitung des Artikels wurdest du über die Gründe informiert, warum Shampoo überhaupt verwendet wird. Angesichts der Nachhaltigkeitsherausforderungen können wir jedoch nicht so weiter machen. Wir sollten stattdessen vorsichtig sein und nachhaltigere Optionen finden.

Daher könnte die erste Lösung damit beginnen, deinen Verwendungszweck von Shampoo zu überdenken. Stelle dir folgende Fragen: Warum verwendest du Shampoo? Soll es dein Haar und deine Kopfhaut sauber und gesund halten? Möchtest du deine Haarstruktur beeinflussen? Oder deinem Haar mehr Glanz verleihen?

Wenn du diese Fragen beantwortet hast, kannst du jetzt entscheiden, welche Shampoo-Komponenten du benötigst, um diesen Zweck zu erfüllen. Vielleicht stellst du durch deinen neu definierten Zweck der Verwendung von Shampoo fest, dass Additive wie Duftstoffe kein notwendiger Bestandteil deines Shampoos mehr sind. Auf Grundlage dieser Erkenntnis kannst du vermeiden, viele Substanzen zu verwenden, die als Duftstoffe in deinem Shampoo verwendet werden. Für diejenigen Komponenten, die du in deinem Shampoo haben möchtest, wie beispielsweise Waschmittel, kannst du Inhaltsstoffe wählen, die nachhaltiger sind und dir dennoch den gleichen Service bieten. Aus den genannten Gründen ist es wichtig, die Inhaltsstoffe und deren Auswirkungen zu kennen: um mithilfe dieser Informationen eine nachhaltige, bewusste Entscheidung treffen zu können und die Vorteile der Inhaltsstoffe in deinem Shampoo gegen ihre negativen Auswirkungen auf die Umwelt abzuwägen

Hier ist ein schrittweiser Entscheidungsprozess, den du beim Kauf deines nächsten Shampoos anwenden kannst:

Schritt 1: Überdenke deinen Verwendungszweck von Shampoo.

Schritt 2: Beseitige Shampoo-Komponenten, die deinen neuen Zweck nicht erfüllen.

Schritt 3: Wähle eine nachhaltigere Zutat zwischen denjenigen, die denselben Service bieten, indem du die gesundheitlichen Vorteile und ihre negativen Auswirkungen berücksichtigst.

Wir hoffen, dass dieser Prozess dir helfen kann, das Shampoo zu finden, das deinen individuellen Bedürfnissen entspricht, und gleichzeitig ein*e nachhaltige*r Verbraucher*in zu sein.

Als Gruppe, die für ein Wochenende an diesem Thema gearbeitet hat, mussten wir über unseren persönlichen Zweck von Shampoo nachdenken. Es stellte sich heraus, dass unsere aktuellen Shampoos mehr Inhaltsstoffe enthalten, als für uns notwendig sind. Unsere persönliche Wahl wird daher von nun an DIY-Produkte sein, da sie uns die Freiheit geben, genau das zu wählen, was wir für unser individuelles Shampoo benötigen. Wenn wir jedoch ein Produkt benötigen, das eine besondere Wirkung für unser Haar erzeugen soll, ist Bio-Shampoo unsere Wahl. Dies ist jedoch eine persönliche Meinung.

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In diesem Abschnitt möchten wir Ihnen, liebe Lüneburger*innen, einige Empfehlungen zu den zusätzlichen Schritten geben, die du in Richtung nachhaltigerer Optionen für deinen Shampoo-Konsum unternehmen kannst.

Hier ist eine Liste von Geschäften, in denen du viele Optionen für nachhaltige Shampoos und Zutaten für DIY-Shampoos findest (siehe Rezeptlinks in Teil 1):

  • Plietsch (Edeka)
  • Reine Schönheit
  • Ollis Seifenkiste
  • Denns supermarket
  • DM

Und vergiss nicht, beim Einkauf von Naturkosmetik nach den vertrauenswürdigen Etiketten zu suchen, die wir in Teil 1 erwähnt haben.

Wenn du dich für selbstgemachtes Shampoo interessierst, und noch besser, die natürlichen Zutaten selbst ernten möchtest, suche hier nach pflanzlichen Zutaten in Lüneburg!

Für einige von euch, die mit ihrer aktuellen Shampoo-Auswahl zufrieden sind und sich über nachhaltigere Konsumoptionen in Lüneburg wie Second-Hand-Läden, Reparaturläden usw. informieren möchten, findet ihr hier eine Karte, die zeigt, wo sich alles befindet


Literatur:

  • Angelina. (2018, June 24). Plastik im Shampoo. https://zwischenbetrachtung.de/2018/06/25/plastik-im-shampoo/.
  • Aziz, A. A., Taher, Z. M., Muda, R., & Aziz, R. (2017). Cosmeceuticals and natural cosmetics. Recent trends in research into Malaysian medicinal plants research. Penerbit UTM Press, Malaysia, 126-175.
  • Australian Society of Cosmetic Chemists. (2011). Natural. https://ascc.com.au/natural/
  • Beerling, J. (2013). Green Formulations and Ingredients. In A. Sahota (Ed.), Sustainability: How the Cosmetics Industry is Greening Up (pp. 197–215). John Wiley & Sons Ltd. https://doi.org/10.1002/9781118676516.ch9
  • Bom, S., Jorge, J., Ribeiro, H. M., & Marto, J. (2019). A step forward on sustainability in the cosmetics industry: A review. Journal of Cleaner Production, 225, 270–290. https://doi.org/10.1016/j.jclepro.2019.03.255
  • Cline, A., Uwakwe, L. N., McMichael, A. (2018). No Sulfates, No Parabens, and the “No-Poo” Method: A New Patient Perspective on Common Shampoo Ingredients. Cutis, 101(1), 22-26.
  • European Commission (2014). Verbraucher: Kommission verbessert Sicherheit von Kosmetika. Pressinformation of the EU-Commission from 26 September 2014. https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/IP_14_1051.
  • Gubitosa, J., Rizzi, V., Fini, P., & Cosma, P. (2019). Hair Care  Cosmetics: From Traditional Shampoo to Solid Clay and Herbal Shampoo, A  Review. Cosmetics, 6(1), 13.
  • Kirchhof, M. G., de Gannes, G. C. (2013). The Health Controversies of Parabens. Skin Therapy Letter 18(2), https://www.grimalt.net/wp-content/uploads/2013/04/parabens-2013.pdf.
  • Kloß, J., Kategorien, & Kosmetik. (2018, September 12). Schädliche Sulfate im Shampoo: So wirken sie auf Haut und Haare. Utopia.de. https://utopia.de/ratgeber/sulfate-im-shampoo-weshalb-sie-so-bedenklich-sind/.
  • Mainkar, A. R., & Jolly, C. I. (2001). Formulation of natural shampoos. International journal of cosmetic science, 23(1), 59-62.
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  • Petca, A., Bot, M., Petca, R.C., Mehedintu, C., Barac, Ilisecu, M., Maru, N., Mastalier, B. (2019). Chemicals in Personal Care Products Tied to Early Puberty in Girls. Revista de Chimie, 70(9), 3206-3209. https://www.revistadechimie.ro/pdf/24%20PETCA%209%2019.pdf.
  • Preethi P. Jaya, Padmini K., Srikanth J., Lohita M., Swetha K., Rao P. Vengal (2013). A Review on Herbal Shampoo and Its Evaluation. Asian Journal of Pharmaceutical Analysis(4), 153–156. http://www.indianjournals.com/ijor.aspx?target=ijor:ajpa&volume=3&issue=4&article=01 Wheeler, A. F. (2017). Intentionally added microplastics in products. Final report. Report.

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